Stadtrallye St. Lamberti

Die Suche nach dem Hermanus-Kelch

Kapitel 2

Hermann war mittlerweile so hungrig und durstig, dass er beschloss, an die Tür des großen Hauses zu klopfen, obwohl er nicht sicher sein konnte, dass die Bewohner des großen Stadthauses ihm freundlich gesonnen wären. Bald öffnete sich die Tür, und Hermann blickte in ein unfreundliches, faltiges Gesicht. Dieses gehörte zum Herrn des Hauses. „Was willst du?“, fragte dieser Hermann recht barsch. „Werter Herr, entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie störe. Doch ich habe mein Gedächtnis verloren und weiß nicht, wohin ich gehöre. Hunger und Durst plagen mich, und ich hoffe, hier etwas Gastfreundschaft zu finden.“ Der Herr des Hauses sagte: „Du Gesegneter! Ich wünschte, ich hätte mein Gedächtnis auch verloren, denn man kann nicht vermissen, was man nicht kennt. Komm herein, ich will dir Speis und Trank bereiten. Bedienstete, die das übernehmen könnten, habe ich nicht mehr. Die haben sich ob meiner Trauer und schlechten Laune allesamt davon
gemacht!“


Hermann nahm das Angebot gerne an, denn sein knurrender Magen war der Meinung, dass das Essen gar nicht so schlecht schmecken könnte, dass man nicht ein bisschen schlechte Laune ertrüge. Bei Tisch wurde der Mann gesprächig und erzählte Hermann, was der Grund für seine Trauer war. „Einst hatte ich eine Tochter. Sie war wunderschön und herzensgut. Doch eines Tages kam Sie von einem Gang zum Markt nicht wieder nach Hause. Die Leute erzählten, dass meine liebe Herzeloy den verbotenen Weg genommen hätte, um nach Hause zu kommen. Seitdem ward sie nicht mehr gesehen.“ „Das ist eine traurige Geschichte!“, dachte Hermann. Laut fragte er: „Warum ist der Weg, den deine Tochtern nahm, verboten?“ „Nun,“, sprach der Hausherr, „der Sage nach lebt an diesem Weg unter einer auffälligen Säule ein böser Drache, der hübsche, junge Mädchen raubt und sie gefangen hält.“ „Dagegen muss man doch etwas unternehmen können!“, beschloss Hermann und versprach dem verzweifelten Vater, alles zu tun, um Herzeloy zu retten. Er machte sich auf den Weg und suchte Verbündete, denn alleine – so dachte er – könnte er den Drachen bestimmt nicht besiegen. Am alten Postgebäude der Stadt schlug er einen Aufruf an:


Tapfere Männer gesucht

Hermann


Bis zum Abend kamen auch einige Männer zu ihm. Als sie jedoch hörten, dass er gegen den bösen Drachen kämpfen wollte, machten sie sich schnell wieder davon. „Dann muss ich es doch alleine versuchen!“, beschloss Hermann.

Entscheidet euch:Versucht Hermann zunächst herauszufinden, wie man den Drachen besiegen kann? Dann lest bei Kapitel 5 weiter. Versucht Hermann sofort den Drachen zu finden? Dann lest bei Kapitel 9 weiter.

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