Stadtrallye St. Lamberti

Die Suche nach dem Hermanus-Kelch

Kapitel 8

Herzeloy und Hermann liefen in Richtung des öffentlichen Bads weiter und wendeten sich dann nach links. Nachdem sie hier auch nicht mehr weiter geradeaus gehen konnten, wandten sie sich wieder nach links (Friedrichstraße) und liefen eine Weile vor sich hin. Sie überquerten eine große Straße (Friedrich-Ebert-Straße) und liefen weiter.

Gerade als Herzeloy eine Pause benötigte, um sich auszuruhen, kamen sie an einer Apotheke an. Hier rasteten sie und fragten den Apotheker: „Wisst ihr, wo es hier in der Gegend einen magischen Brunnen gibt? Der Drache benötigt eine Kelle Wasser aus diesem Brunnen für seine Medizin.“. Der Apotheker antwortete ihnen mit einer erstaunlichen glockenhellen Stimme: „Ja, das weiß ich wohl. Wendet euch nach rechts. Dort werdet ihr bald auf eurem Weg einen Brunnen sehen, der wie eine unbekannte Frucht aussieht. Das ist der magische Brunnen. Hier habt ihr noch ein kleines Fläschchen, damit ihr das Wasser abfüllen könnt.“ Frischen Mutes liefen Herzeloy und Hermann weiter und kamen tatsächlich schnell zu dem beschriebenen Brunnen (Marktplatz).

Das Wasser war schnell abgefüllt, doch fehlten noch die Tränen eines Einhorns und die Blätter einer Rotbuche. Sie waren ratlos. Doch da erschien ihnen am magischen Brunnen ein Einhorn. „Liebes Einhorn“, sprach Herzeloy, „Könntest du uns drei deiner Tränen schenken? Der Drache braucht sie, um gesund zu werden.“ „Mein liebes Mädchen“, antwortete das Einhorn mit der gleichen glockenhellen Stimme wie der Apotheker, „da ich spüre, dass du ein frommes und gutes Herz hast, will ich dir deine Bitte gerne erfüllen.“ Hermann erkannte die Ähnlichkeit der Stimmen und dachte bei sich, dass es wohl nicht verwunderlich sei, dass die Apotheke, die sich übrigens bis heute noch an der gleichen Stelle befindet.

Einhornapotheke hieße. Das Einhorn sprach zu Hermann: „Auch dich will ich heilen.“ Es berührte den jungen Mann mit seinem Horn und Hermann konnte sich wieder erinnern, wie er hieß und woher er kam. Die beiden bedankten sich bei dem Einhorn und liefen weiter. „Nun fehlen uns nur noch die Blätter einer Rotbuche.“, überlegte das Mädchen laut. Es sah sich um und rief: „Schau, wir sind gar nicht weit von meinem zu Hause entfernt! Ich weiß, wo eine Rotbuche steht!“ Sie nahm Hermanns Hand und zog ihn mit sich in Richtung Dorfkirche St. Lamberti.

Dort vor dem Kirchplatz fanden sie den gesuchten Baum und sammelten zwei Blätter ein. „So“, sagte Hermann, „nun haben wir alle Zutaten beisammen. Geh du Heim zu deinem Vater. Ich werde dem Drachen die Zutaten bringen.“ Da erklang die Stimme des Drachen, die sprach: „Du musst den beschwerlichen Weg nicht noch einmal laufen. Schau dich um, in der Nähe des Brunnens, den du vor dir siehst, findest du im Boden eingelassen das Zeichen des Heiligen Lambertus, genau wie du auf der Säule das Zeichen des Lambertus gefunden hast. Wenn du die Zutaten auf dieses Zeichen legst, werden sie mich erreichen.“ Hermann und Herzeloy fanden schnell das Zeichen des Heiligen Lambertus und stellten die Zutaten darauf. Das Glasfläschchen verschwand und stattdessen erschien ein prächtiger golden und silberner Kelch an dieser Stelle. Sie hörten wieder die Stimme des Drachen: „Ich danke euch! Niemand vor euch hat sich je die Mühe gemacht, mir zu helfen. Als Zeichen meiner Dankbarkeit nehmt dieses Geschenk. Der Kelch ist geschmiedet aus einer meiner Schuppen und damit einzigartig.“ Hermann und Herzeloy bedankten sich und nahmen den Kelch an sich. Dann brachte Hermann Herzeloy endlich nach Hause. Der Vater freute sich sehr, seine Tochter wieder in die Arme schließen zu können und es wurde ein großes Fest gefeiert. Endlich konnte der alte Mann wieder lachen. Wie es mit Hermann und Herzeloy weiterging wollt ihr wissen? Natürlich hatten die beiden sich während ihres Abenteuers ineinander verliebt. Sie heirateten in der Lambertikirche und schenkten anlässlich ihrer Hochzeit den Drachenkelch – heute als Hermanuskelch nach seinem Stifter benannt – der Propstei. Hermann und Herzeloy aber lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Geht mal in die Kirche hinein! Dort gibt es noch viele Hinweise auf die Geschichte von Hermann und Herzeloy!

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